In God We Trust
American Energy Research Center


 

 

In God We Trust

Jedesmal wenn er am großen Dienstsiegel der Vereinigten Staaten von Amerika vorbeikam, konnte er sich das Grinsen nicht verkneifen. Genau das taten die Brüder hier doch nicht. "Ein Fnord," dachte er, "genau wie sie Robert Anton Wilson in seiner Illuminatus! Trilogie beschrieben hat." Schade, das er diese Feststellung hier mit niemandem teilen konnte... "Guten Morgen, Mr. O'Donnell", prüfend warf der wachhabende Offizier einen Blick in den Wagen, um sich zu überzeugen, daß keine unerwünschten "Gäste" in das American Energy Research Center gelangten. Hinter dem so unscheinbar klingenden Namen verbarg sich eines der am besten gehüteten Geheimnisse der US Army, zumindestens hatte man das Marc O'Donnell bei seinem Einstieg in das Energy Research Projekt und seit dem in regelmäßigen Abständen immer wieder eingetrichtert. "Meine Güte," dachte er und erinnerte sich an die unzähligen Erklärungen und Verpflichtungen, die er unterschreiben mußte, um als Zivilist in ein geheimes Militärprojekt eingebunden werden zu können. "Ich werde, wenn ich nur die Worte "American Energy Research Center" einem anderen Menschen gegenüber erwähne, den Rest meines Lebens hinter Gitter verbringen. Und das auch nur wenn die Army mich vor den Jungs vom CIA erwischen!" Der Offizier hatte mittlerweile seiner Pflicht genüge getan, salutierte und gab mit einer Handbewegung zu verstehen, daß die Schranke geöffnet werden sollte. Marc kurbelte das Fenster hoch und sagte mit einem freundlichen Lächeln: "Genau, und ihr mich auch!"

In God We Trust

 

"Der O'Donnell ist wie immer zu spät. Mein Gott, wie das hier auf seinem Schreibtisch aussieht!", Captain Frederick mochte O'Donnell nicht besonders, und das war eigentlich fast noch untertrieben. Er hätte ihn lieber heute als morgen aus dem Projekt fliegen sehen, seiner Meinung nach war er eh' schon längst überfällig.

"Das nennst Du einen Schreibtisch? Ich würde das eher als ein Hacker-Pult bezeichnen." Obwohl er rangmäßig unter Captain Frederick stand, duzte Leutnant Baker seinen Kollegen - schließlich war man nun seit bereits 18 Monaten gemeinsam mit dem Aufspüren von Energiequellen in weitestem Sinn beschäftigt. Die Army konnte von diesem Bergmassiv jede fast noch so kleine Energieentladung auf dem Planeten aufspüren, messen und analysieren, oder wie General Sethi gerne zu sagen pflegte: "Wenn in Lahore einer seinen Scooter anläßt, können wir Dir sagen, ob ihn der Tankwart beim Mischungsverhältnis beschissen hat!"

Und wozu wurde da Marc O'Donnell gebraucht?

"... das frag' ich mich schon lange", sagte Baker, seinen Gedanken nachhängend. "Was fragst Du dich schon lange?", Frederick blickte seinen Kollegen verständnislos an. "Ach, ich frag' mich, wozu wir den O'Donnell hier eigentlich brauchen? Das ganze Gelaber von esoterischer oder spiritueller Energie ist doch nun wirklich Humbug. Er hat als einziger seit Beginn des Projekts keinerlei nennenswerte Resultate aufzuweisen, mal abgesehen von seiner Energy-Line Karte und deutete mit einem verächtlichen Kopfnicken auf die Wand hinter Marcs Schreibtisch. Dort hing eine Karte mit Linie entlang der Marc mit seinen speziell programmierten Meßgeräten eine erhöhte Energie nachweisen konnte. Baker setzte seine "Ausführungen" fort: "Wenn du mich fragst, hat er einfach die Geschichtsbücher gelesen, sich die Hochkulturen 'rausgesucht und auf einer Karte miteinander verbunden. Heraus kommt dann O'Donnells wunderbare Welt der Energielinien." "Genau so wird's gewesen sein. Der O'Donnell ist nur hier weil der alte Paki einen Narren an ihm gefressen hat, ich sag' Dir die Pakis, da mußte auf alles gefasst sein." Mit dem alten Paki war natürlich General Sethi gemeint, der pakistanische Vorfahren hatte, die aber bereits in der 3.Generation in den Staaten lebte. In der Tat hatte sich der General für die Aufnahme des Religionswissenschaftlers, Quanten-Physikers und Computer-Experten in das Projekt eingesetzt. Er hatte sogar erreicht, daß Marc seinen Zivilisten-Status behalten konnte, eine Grundbedingung, ohne die dieser niemals seine Einwilligung zu einer Teilnahme an dem Projekt gegeben hätte.

"Wenn man vom Teufel spricht", knurrte Frederick leise, als Marc das gemeinsame Büro betrat. "Guten Morgen, Mr.O'Donnell, wenn man überhaupt noch von morgen sprechen kann!" "Oh, Catpain Frederick, sorry ich meine natürlich Captain Frederick. Hat die Army neue Vorschriften über die Tageszeiten herausgegeben? 09:15 ist also kein Morgen mehr? Hmmm, werde mir eine Notiz machen müssen. Also, was haben wir dann jetzt? Mittag?" Marc troff vor Sarkasmus, sichtlich genoß er seine Stellung außerhalb der Militärhierarchie, sichtlich genoß er es den Captain zur Weißglut zu bringen. "Hey, hey, Leute!", Baker versuchte einzugreifen, bevor die Situation eskalierte. "Kommt, wir ziehen doch letztendlich an einem Strang, laßt uns die Sache wie Profis behandeln!" Frederick blickte seinen Kollegen fragend an. Dieser machte eine beschwichtigende Geste mit beiden Händen und verdrehte die Augen, als wollte er sagen: "Nun laß doch den Trottel."

Besagter Trottel machte sich mittlerweile bereits an seiner Versuchsanordnung zu schaffen. "Sag' mal, O'Donnell, nur mal aus Interesse, glaubst Du wirklich mit dieser Apparatur irgendeine neue Form der Energie entdecken zu können?" "Würde es dich denn wirklich interessieren, Baker?" "Na klar, Mann, ich mein' ist doch 'ne irre Sache die Esoterik! Also meine Tante Marge, die liest immer die Horoskope im Tribune, die schwört auf sowas. Todd, sagt sie immer, Todd, die Sterne lügen nicht!" "Nein, das können sie auch nicht, denn sie reden nicht. Wer nicht redet, kann auch nicht lügen, so einfach ist das!" Marc hatte nun wirklich keinen Bock auf das dämliche Gerede, aber Baker ließ nicht locker. "Hey, hey, O'Donnell, was sind denn das für Töne von unserem Esoterik-Experten? Ich denke du glaubst an den ganzen Kram!" Marc platzte fast der Kragen: "Ok, Baker, du hast deinen Spaß gehabt. Zum allerletzten Mal. Ich bin Experte für paranormale Energieentwicklung. Ich werde beweisen, daß an bestimmten Plätzen Kraft und Energie vorhanden ist, die sich die Menschheit zu Nutze machen kann. Ich brauche dazu weder die dämliche Pedanterie eines Captain Frederick noch die blöden Sprüche seines Untergebenen Baker. Im übrigen reicht's mir für heute fast wieder, meine Testreihe läuft auch ohne mich! Schönen Tag noch!" Sprach's, nahm seinen Mantel und schon war er Frederick und Baker los für den Tag. Dachte er zumindestens. Was er nicht ahnen konnte war, daß er sehr bald sehr viel mehr Zeit mit den beiden verbringen würde, als ihm lieb war.

In God We Trust

 

"Achtung, General der Armee der Vereinigten Staaten betritt den Raum!" - Stramm salutierten Frederick und Baker als General Sethi ihrem Büro einen Besuch abstattete. "Stehen Sie bequem, stehen sie bequem, sie wissen doch, ich bin auf das ganze Brimborium nicht scharf!" General Sethi war das, was man einen unkonventionellen Soldaten nannte, etwas zu unkonventionell für Fredericks Geschmack. "Jawohl Sir, natürlich, Sir. Stehe bequem, Sir!" Sethi konnte sich nur mit Mühe das Grinsen verkneifen. Sicher draußen, da war ein solches Verhalten angezeigt, aber hier drinnen? Meine Güte, dieser Frederick ist ja ein solcher Stockfisch. "Nun, Frederick, wie läuft's? Bald 'ne neue Superwaffe für Uncle Sam in Aussicht?" "Nun, Sir, bis jetzt noch nicht, Sir! Es sei denn Mr. O'Donnell hat etwas Neues entdeckt!" Frederick wollte die Aufmerksamkeit des Generals auf die Tatsache lenken, daß O'Donnell bereits wieder gegangen war. Jeder Punkt zählte. "Oh, O'Donnell, ja richtig, traf ihn gerade in meinem Büro. In der Tat scheint sich da einiges zu bewegen." "Mit Verlaub, Sir, da wissen sie mehr als ich und Leutnant Baker, Sir! Uns ist nichts von einer neuen Superwaffe bekannt, Sir!" "Meine Güte, Frederick, bin ich Gott? Nun stehen sie doch endlich nicht nur bequem, Mann, reden Sie auch bequem!", Sethi war eben wirklich ein unkonventioneller Soldat. "Jawohl, Sir, ...ich meine, jawohl, natürlich!" Sethi mußte grinsen, kam aber schnell wieder zum Kern des Gesprächs zurück. "O’Donnell hat mir eben von seiner neuen Anordnung zur Messung dieser Tachyonen berichtet, hört sich doch vielversprechend an!" Frederick hatte keinen Schimmer, wovon der General redete. "Davon hat er uns nichts erzählt! Mit Verlaub, was sind denn eigentlich Tachyonen?" General Sethi kratzte sich etwas verlegen am Kopf: "Nun ja, überlichtschnelle Energieteilchen, die kleinsten Bausteine kosmischer Energie! Zumindest sind das die Begriffe, an die ich mich noch erinnern kann, O’Donnells Ausführungen waren doch etwas zu spezifisch für meinen bescheidenen Geist. Doch halt, eins weiß ich noch: der Name bedeutet "Schneller Wanderer", irgendein Mr. Feinberg hat sie 1966 so klassifiziert." "Na hoffentlich wandern sie schnell wieder in den Papierkorb oder – noch besser – gleich aus dem AERC", dachte Frederick, doch wollte er seine Abneigung gegen O’Donnell noch nicht offen zeigen. "Und wie können diese "Schnellen Wanderer" für uns nützlich sein, General?" "Hmmm, große Pläne, Frederick, große Pläne!", antwortete Sethi und klopfte auf den Aktenkoffer, den er seit seinem Eintreffen im Büro nicht aus der Hand gelegt hatte. Er setzte seine Erläuterungen fort: "Es gab bereits in den 30iger Jahren einen Franzosen, der weitgehende Erkenntnisse über Erzeugung und Nutzung von Tachyonen-Energie hatte, damals aber waren Zeit und Geist noch nicht fortgeschritten genug. Aber wir hier bei Uncle Sam, ey Frederick, wir sind fortgeschritten, genug, oder?" Die Antwort kam jedoch nicht von Frederick.

....... "Na ja, General, ob Frederick in dieser Hinsicht als fortgeschritten zu bezeichnen ist? Für ihn wäre das sowieso eher eine Beleidigung, nicht wahr?", O’Donnell war doch noch mal zurückgekommen und hatte den letzten Teil des Gesprächs mitgehört. "Na na, O’Donnell, keine Kabbeleien!", selbst General Sethi war der Ton Marcs manchmal etwas zu frisch. "Kleiner Scherz, unter Kollegen. Aber mal im Ernst, General, zurück zu den Aufzeichnungen dieses Franzosen. Tesla hieß er doch, oder?" Frederich und Baker sahen sich verblüfft an. Als Inhaber eines Physik-Diploms war ihnen Nicola Tesla, der Erfinder des Wechselstroms ein Begriff. Dieser große Physiker sollte sich mit Tachodingsbums, na eben diesen schnellen Wanderern beschäftigt haben? Baker wollte Gewißheit: "Der Nicolas Tesla, der Entdecker des Wechselstroms? Von ihm gibt oder gab es Aufzeichnungen über die Tachodingsbums?" "Tachyonen, mein Gott", Marc verdrehte die Augen. Unglaublich wie ausgeprägt bei den Physikern die Tunnel Vision doch manchmal war. Lehrbuch und keinen Millimeter davon abweichen. "Na ja, irgendwo stimmt dann auf diese Weise der Spruch draußen am Tor doch....", dachte er belustigt, und wandte sich an Sethi: "Diese Aufzeichnungen, General, und wir wären ein ganzes Stück weiter!" Sethi, der bereits seit einiger Zeit wie ein Kind kurz vor Weihnachtsbescherung strahlte, stellte seinen Aktenkoffer auf Marcs Schreibtisch und platzte heraus: "Nun, O’Donnell, ich nehme sie beim Wort! Unsere Freunde vom", sagte er und malte mit beiden Händen imaginäre Anführungszeichen in die Luft, "vom "Informationsbeschaffungs-Service" waren so nett und haben uns von ihrem letzten Europa-Trip ein kleines Präsent mitgebracht. Niemand hielt es bisher für wichtig, aber ich glaube nun......." Marc fiel ihm ins Wort: "General, Sie haben ja keine Ahnung! In diesem Koffer könnte der Schlüssel zur Lösung aller Energieprobleme, ach was sag‘ ich, der Schlüssel zur Lösung aller Probleme der Menschheit liegen!" Er war sich der Bedeutung dieses "Präsentes des Informationsbeschaffungs-Service" sofort bewußt und konnte es kaum erwarten: "Darf ich die Unterlagen sofort einsehen, General?" "Ich erwarte es sogar, O’Donnell........."

In God We Trust

 

"Na, O'Donnell, wanderen die Tachyonen so schnell, daß Ihre Meßgeräte sie nicht erfassen können?" Frederick amüsierte sich über den scheinbar offensichtlichen Stillstand in O’Donnell Tachyonen-Projekt. "Sehr witzig, Frederick. Sie sind ja wirklich zu echtem Humor fähig!", knurrte Marc zurück, wohl wissend daß der Captain im Kern Recht hatte. Die Aufzeichnungen Teslas hatten keine wirklich neuen Erkenntnisse gebracht, ein paar Tage später war die erste Euphorie über den Fund vorbei. Sicher, Tesla hatte bereits in seiner Zeit eine bessere Versuchsanordnung zur Messung der Tachyonen und Marc hatte seinen eigene Apparate entsprechend verändert und ergänzt, aber was eben wirklich zählte war doch die Erzeugung der Energie. Und da mußte auch Tesla letztendlich passen. Marc begann zu zeweifeln. War er vielleicht doch an der Stelle angelangt, an der das alte Credo eingesetzt werden mußte: In God we Trust? War das Göttliche doch nicht zu erforschen?

Bakers Stimme brachte ihn in die Realität zurück:"Ey, O'Donnell, in deinem Horoskop für heute steht: >>Sie sind heute etwas unkonzentriert, daher Vorsicht beim Umgang mit elektrischen Geräten<<. Also ich würde an deiner Stelle lieber Feierabend machen!" Marc nahm die Häme mit Humor, und wollte gerade eine geistreiche Entgegnung machen, als

plötzlich alle Meßgeräte wie von Geisterhand bewegt ausschlugen. Kleine und große Zeiger vollführten irrwitzige Tänze auf digitalen Displays, Leuchtdioden zeichneten noch ein letztes Stakkato aus blinkenden Farben in den Raum, bevor sie mit einem leiden Knallen zerplatzten. Entsetzt starrten Frederick und Baker auf Marcs Kontrollpult. "Wow, O’Donnell, was ist denn das?" Dieser hantierte hastig an verschiedenen Hebeln herum und versuchte die Anzeigen zu justieren. "Sind das etwa Tachyonen", fragte ungläubig Baker. "Was immer das ist, es ist gewaltig......", fast entgeistert starrte Marc die Anzeigen auf den Meßgeräten an. Er hatte sie mittlerweile derart justiert, daß die Skala weit über jeden auf der Erde vorstellbaren Energieausstoß reichte, doch noch immer vollführten die Zeiger die abenteuerlichsten Kapriolen. "Diese Energie übertrifft alles, was wir uns bisher vorstellen können", Marc war noch immer an den Meßgeräten beschäftigt. "Aber eins ist sicher, nur Tachyonen sind das bestimmt nicht." Frederick hatte sich wieder gesammelt, auch ihm war klar, daß sie hier einer ganz gewaltigen Sache auf der Spur waren. Er versuchte die ganze Geschichte in seinen Horizont zu fassen: "OK, O'Donnell, wenn wir auch nicht genau wissen, was es ist: Können Sie wenigstens irgendwas sagen, ist es eine Waffe, geheime Bombentests oder ist es überhaupt von Menschen ausgelöst..." "Keine Ahnung, Frederick, wirklich nicht die geringste Ahnung!", fiel ihm Marc ins Wort. Immerhin war es ihm mittlerweile gelungen, die Koordinaten der Energieentladung zu ermitteln, wollte die Ergebnisse aber natürlich zunächst nur General Sethi berichten. Auch Baker hatte mittlerweile seine Sprache wiedergefunden. "Nun komm schon, O'Donnell, irgendwas mußt du uns doch sagen können!" Marc stand auf und ging zur Tür. "Werde erstmal dem alten Paki Bericht erstatten, dann sehen wir weiter...", und war auch schon durch die Tür verschwunden.

In God We Trust

 

"Und Sie sind sicher, daß es nicht doch eine neue Geheimwaffe dieser Schlitzaugen sein könnte, O'Donnell?" Marc hatte dem General von der Energieentladung und seinen ersten Ergebnissen berichtet. Er wunderte sich ein wenig über diese rassistische Äußerung Sethis, entgegnete daher bestimmt: "Nein Sir, ich glaube nicht daß es sich hier um eine Waffe oder anderes Projekt der Volksrepublik China handelt!" Sethi war keineswegs überzeugt: "Also ich weiß nicht, ich weiß nicht. Ich trau' diesen Brüdern nicht. Was macht Sie so sicher?" Marc verdrehte innerlich die Augen. Das hatte er Sethi doch eben gerade schon versucht zu erklären. Aber er behielt die Ruhe: "Nun, wie ich schon sagte, die Interferenz-Muster passen zu keiner uns bekannten Energieform. Hätten die Schlitz.., Verzeihung, die Chinesen mit dieser Energieform experimentiert, wäre uns das sicher nicht verborgen geblieben!" Sethi war einfach nicht zu überzeugen, zu tief saß wohl die Angst vor einer neuen Superwaffe und der damit verbundenen Gefahr für die sogenannte "freie Welt".

"Also, O'Donnell, ich weiß nicht. Ich bin der Meinung, wir sollten uns diesen ganzen Zauber mal angucken. Die Frage ist nur, wie?" "Och, General, warum klopfen Sie nicht einfach am Tor an und fragen den großen Vorsitzenden: Entschuldigen Sie, dürfen wir mal einen Blick auf Ihre neue Superwaffe werfen?" "Sehr witzig, O'Donnell, sehr witzig. Aber ihr Satz mit dem Tor hat mich auf eine Idee gebracht. Sie erinnern sich doch sicher noch an unsere Militärstützpunkte in Pakistan, der Heimat meiner Vorfahren?" Marc wollte gerade fragen, was das jetzt mit der Energieentladung zu tun haben sollte, als Sethi seine Ausführungen fortsetzte. "Nun, O'Donnell, offiziell sind die natürlich alle längst geschlossen, aber wir hielten den indischen Subkontinent für eine instabile Zone, so daß wir ein paar Lauscher mit ein bißchen Equipment zurückließen." Mit den Lauschern waren natürlich die Satellitenschüsseln gemeint, die in der Zeit des Kalten Krieges - und auch noch danach - bis weit in die ehemaligen Staaten der UDSSR sowie nach China hinein horchten und so wertvolle Erkenntnisse über Truppenbewegungen und dergleichen lieferten. "Die werden heute noch betrieben?", Marc konnte das kaum glauben. "Alle US-Truppen sind doch längst aus Pakistan abgezogen?"

Um General Sethis Lippen spielte ein wissendes Lächeln: "Nun, offiziell betrieben werden die natürlich nicht mehr, aber es gab einige Offiziere, die damals pakistanische Frauen heirateten und nach dem Abzug als Zivilisten im Land blieben. Einige von ihnen erklärten sich bereit, den Dienst für das Mutterland auch nach Beendigung der offiziellen Karriere weiterzuführen." "Heißt das, da sitzen jetzt irgendwo im Himalaya amerikanische Ex-Soldaten mit einheimischen Familien und spielen Hobby-Spion?", blickte Marc schüttelte den General an. "Nun als Hobby würde ich das nicht bezeichnen. Die Ausrüstung entspricht nach wie vor dem Stand der Technik, und gut bezahlt wird der Job natürlich auch!" "Daran hätte ich nie gezweifelt!" Marc konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. "Uncle Sam sorgt eben für seine Leute. Und wie ich Sie kenne, General, kennen Sie genau den richtigen Mann für den Job." Sethi fühlte sich geschmeichelt. Doch noch wollte er die Katze nicht endgültig aus dem Sack lassen. "Nun, in der Tat kenne ich einen offiziell pensionierten General, der mit seiner pakistanischen Familie auf einer Farm in der Nähe von Gilgit lebt. Er ist ein ausgezeichneter Kenner des Himalaya. Leider ist er jedoch für Missionen dieser Art nicht mehr einsetzbar, er wird uns zwar unterstützen, soweit er es eben kann, aber den wirklichen Job müssen andere machen!" Marc ahnte noch immer nichts. "Aber auch da haben sie doch bestimmt schon das richtige Team?" Sethi hielt es nun an der Zeit, Marc in den Operationsplan einzuweihen: "Natürlich kenne ich das richtige Team, die eine Hälfte davon befindet sich hier im Raum!"

"Mein Gott, General, Sie meinen wir sollten selbst.....?" "Natürlich, O'Donnell! Wer könnte die Aufgabe besser erfüllen als unser Team?" "Heißt das etwa, daß auch Fredrick und Baker an der Mission teilnehmen werden?", Marc gefiel dieser Gedanke ganz und gar nicht. "Ganz genau," stellte Sethi gleich klar, "und damit wir uns von Anfang an richtig verstehen: Ich wünsche mir eine glatte und reibungslose Zusammenarbeit. Wir werden auf dieser Mission öfters in Situationen kommen, wo sich jeder 100% auf den anderen verlassen muß, da können wir uns keine Streitereien und Kabbeleien leisten! Ist das klar, O'Donnell?" Marc nickte zustimmend. "natürlich, General, ich denke mir die Sachlage hat sich sowieso grundlegend geändert. Ich erwarte natürlich aber auch von den beiden anderen, daß sie die ganze Sache ernst nehmen und sich entsprechend verhalten!" Sethi hatte nichts anderes erwartet und erwiderte:" Dachte mir, daß ich mich auf Sie verlassen kann. Was die beiden anderen betrifft, lassen Sie das meine Sorge sein, ich werde mir Frederick und Baker selbstverständlich auch noch mal zur Brust nehmen."

In God We Trust

 

"..... prima, alter Junge, dann sehen wir uns in Peshawar. Ich freu' mich!" General Sethi hatte seinen alten Freund, den offiziell pensionierten General Harlotte, über die abhörsichere Satellitenleitung von der bevorstehenden Mission unterrichtet. Dieser hatte die Story von der Energieentladung zwar etwas ungläubig aufgenommen, war aber selbstverständlich bereit, das Team mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterstützen. Sethi lehnte sich zufrieden in seinen Sessel zurück, nun war fast alles geklärt, die Mission konnte beginnen.

"Captain Frederick und Leutnant Baker melden sich wie befohlen zur Stelle!" Die beiden waren mittlerweile in Sethis Büro eingetreten, noch nicht ahnend, daß sie bald auf eine Mission aufbrechen würden, die ihr Leben komplett verändern sollte. "Hallo, Frederick, Baker, setzen Sie sich!", nickte der General den beiden nacheinander mit dem Kopf zu und bedeutete mit einer Geste, daß sie auf den Stühlen vor Sethis Schreibtisch Platz nehmen sollten. Er kam auch gleich ohne Umschweife zur Sache. "Sie beide wissen ja von der Energieentladung und den Messungen, die Kollege O'Donnell angestellt hat." Frederick und Baker nickten. "Nun, Uncle Sam hält die ganze Sache für interessant genug, sie sich mal aus der Nähe anzusehen, und so haben Sie beide, ich und auch O'Donnell den Auftrag, genau dies zu tun. Was sagen Sie, meine Herren?" "Ich denke ich spreche für uns beide, Sir", entgegnete Frederick, "wir sind natürlich begeistert. Aber mit Verlaub, glauben Sie wirklich, daß O'Donnell der richtige Mann für eine solche Mission ist?" "Gut, daß Sie gleich selbst draufkommen, Frederick, eins möchte ich sofort klarstellen. Und das gilt auch für Sie, Baker. O'Donnell ist ein vollwertiges Mitglied unseres Teams und ich dulde keine Sticheleien irgendwelcher Art. Denken Sie daran, daß O'Donnells Forschungen uns auf diese Spur gebracht haben, er ist für den Erfolg der Mission unersetzbar!" "Selbstverständlich General, wann geht's los?" "Freut mich sie so motiviert zu sehen, Baker, wir starten in genau 11 Stunden 17 Minuten und jetzt 25 Sekunden. Wir starten von hier mit einem Militär Lear-Jet nach San Franzisko, checken dort als ganz normale Touristen nach Lahore ein. Von da haben wir einen Anschlußflug nach Peshawar, wo wir bereits erwartet werden. Alles weitere erfahren Sie auf dem Flug! Meine Herren, ich denke, Sie haben noch einiges zu tun, ich erwarte Sie dann um 22 Hundert genau am Rollfeld!"

In Trust We God

 

Bisher scheint alles einigermaßen glatt zu verlaufen, aber wie wird die Mission weitergehen? Werden Frederick und Baker auf der einen sowie Marc O'Donnell auf der anderen Seite ihre persönlichen Differenzen überwinden können?
Wird das Treffen in Peshawar mit General Harlotte problemlos verlaufen?

Fragen, die das Schicksal entscheiden wird?
Fragen, auf deren Antworten wir keinen Einfluß haben?

Nicht unbedingt, denn die wahre Frage ist doch:
Schreibt die Realität uns, oder schreiben wir die Realität?

Greifen Sie zur Feder oder hauen Sie in die Tasten, werden Sie Teil der Realität um die Geschehnisse um Marc O'Donnell und General Sethi bei ihrer abenteuerlichen Mission im Himalaya.

Ja, ich will mitmachen!                    zurück zu Level C4213 / SHDE                  zurück zur Titelseite