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Mehemea ka patai koe ki ahau Würdest Du mich fragen, Stolz, mit erhobenen Haupt und Augen funkelnd vor Mana, der mythischen Kraft der Maoris blickte Kupe auf die Polizisten, die den Ring um ihn und seine Mitstreiter langsam enger zogen. "Genug ist genug, Pakehas!" Die Art und Weise wie er das Maori-Wort für Weiße aussprach, triefte voller Verachtung und Schuldzuweisung für die Eskalation der Situation im Te Urewera National Park. "Lange genug sind die Touristen hier über unser heiliges Land getrampelt, haben unsere Bräuche mißachtet und unsere Tapus verletzt. Te Urewera muß wieder den Nga Tamariki O te Kohu, den Kindern des Nebels gehören!" Kinder des Nebels nannten sich die Angehörigen des Maori-Stammes der Tuhoe selbst, der Name bezog sich auf eine Legende, nach der sie die direkten Nachkommen von Potiki Tiketike, dem Luftigen und Hinepukohurangi, der Nebelfee waren. Die Tuhoe waren die Besitzer des Lands, dessen Schönheit und mystische Ausstrahlung es mittlerweile zu einer der beliebtesten Ziele in Neuseeland gemacht hatte, sehr zum Leidwesen der Ureinwohner. Unzählige Maraes, die beratenden Versammlungen der Maoris waren im Te Whai-a-te-motu, dem heiligen Versammlungshaus der Tuhoe abgehalten worden. Leider konnten sich die Männer - Frauen waren auf den Maraes nicht erlaubt - auf keine Vorgehensweise einigen. Zu groß war mittlerweile der Zwiespalt zwischen Tradition und Kommerz, zu sehr hatte das westliche Denken die ursprüngliche Kultur der Kinder des Nebels durchdrungen........ ...... he tangata, he tangata, he tangata..........
Kupe und eine Gruppe von Gleichgesinnten war es nun endlich leid gewesen, sie hatten ihren eigenen Entschluß gefaßt. Irgend jemand mußte den Anfang machen und so hatten sie das große Tor am Eingang zum Te Urewera National Park verschlossen und sich daran fest gekettet. Zuvor hatten Sie in einer Zeremonie den Haka, den traditionellen Kriegstanz der Maoris aufgeführt, um ihren Mut und ihr Mana zu stärken. Eine solche Aktion inmitten der Hochsaison wollten oder konnten die Behörden Neuseelands natürlich nicht hinnehmen, zu groß war die Gefahr eines beträchtlichen Verdienstausfalls für eine ganze Region, die fast ausschließlich vom Touristengeschäft lebte. Eine Abteilung der Auckland Riot Police, einer Spezialeinheit, die auf solche Auseinandersetzungen spezialisiert war, wurde zum Nationalpark beordert, um die Sicherheit der Touristen zu garantieren. P.T.Anderson, Chief Officer der Squadron hatte die Information, daß sich fast 500 Touristen innerhalb des Parks befanden, weitere 50 hatten sich mittlerweile am Tor eingefunden und wollten Ihren Trek durch die fast unberührte Schönheit des Besitzes der Tuhoe beginnen. "Wir fordern euch zum letzten Mal auf das Tor zu räumen und den Eingang freizugeben!", setzte P.T.Anderson zunächst mal auf die harte Gangart. Er würde es diesen Maori-Aktivisten schon zeigen. Wie nicht anders zu erwarten, zeigten sich Kupe und seine Leute nicht beeindruckt: "Niemals, Pigs! Te Urewera war immer unser Eigentum und wird es auch immer bleiben. Die Pakehas sollen auf ihrem eigenen Besitz wandern gehen!" "Nun seid doch vernünftig!", man konnte es ja immerhin mal versuchen, "auch die Tuhoe profitieren doch von den Besuchern, schließlich lebt ihr doch nicht schlecht, oder?" "Wir pfeifen auf das Geld, es ist schmutzig, denn es zerstört unseren Glauben, unsere Kultur und damit unsere Einheit. Das ist es doch, was ihr wollt, ihr pakeha Bullenschweine!", und schleuderte mit diesen Worten einen faustgroßen Stein in Richtung der Polizisten. Obwohl niemand zu Schaden kam, hatte P.T.Anderson nun alles was er brauchte. Die Provokation ging von den Besetzern aus, ein hartes Vorgehen war also gerechtfertigt. Schnell, mit gezielten, tausendfach einstudierten Bewegungen gingen die Polizisten gegen die Maoris vor, innerhalb weniger Minuten war auch der letzte in den bereitstehenden Gefängnistransporter gezerrt. ...... he tangata, he tangata, he tangata..........
Hine, eine junge Maori-Frau hatte die Szene von Tane Mahuta, dem höchsten Baum des Nationalparks beobachtet. Voller Schmerz mußte sie mit ansehen, wie ihr Kupe, ihr geliebter Kupe von den Männers der Auckland Riot Police an seinen langen schwarzen Haaren vom Tor weg zu diesem gepanzerten, vergitterten Fahrzeug gezerrt wurde und durch die kleine Tür von diesem verschluckt wurde. Hines Herz war voller Sorge, Kupe war oft so impulsiv, sein Mana wuchs dann ins Unermeßliche und übernahm die Kontrolle über ihn. "Ich muß ihm helfen", sagte sie zu sich selbst und glitt geschickt von ihrem selbst gebauten Lager in 30 m Höhe den Baum hinunter auf den weichen Waldboden. Nach wenigen Minuten erreichte sie den Eingang des Parks, wo sich die Menschenansammlung mittlerweile aufgelöst hatte, nur noch ein paar wenige Touristen und Einheimische standen herum, und diskutierten das Geschehene. "Bitte, können sie mir sagen, wohin die Gefangenen gebracht wurden?" Ein älterer Maori musterte sie verächtlich von oben bis unten und knurrte zurück: "Gefangene, wieso Gefangene? Verbrecher trifft es doch eher! Dieser Kupe hat nur noch Unsinn im Kopf seit er mit dir zusammen lebt. Du bist nur Unglück für die Männer der Tuhoe, daß weißt du Hine, du bist tapu!" Obwohl ihr die Furcht und die damit verbundene Aggression der meisten Stammesangehörigen ihr gegenüber bekannt war, traf es sie jedesmal wieder hart, wenn sie sah, wie verblendet sie in ihrem Denken und Handeln waren. "Du hast doch nur Angst davor, daß die Frauen eines Tages mehr Macht erhalten und an den Maraes teilnehmen können! Und wenn Du mich siehst, wirst du daran erinnert, ich bin die Personifizierung des Manas der Frauen!" Bei diesen Worten schien Hine zu wachsen, ihr Blick strahlte etwas aus, das dem alten Maori Selbstvertrauen und Sprache raubte, so daß er sich - unverständliches Zeug brabbelnd - abwinkend umdrehte. "Bitte, entschuldigen Sie," wandte sich Hine an ein Paar aus Deutschland, das mit dem Maori vor Hines eintreffen über die Vorfälle geredet hatte, "wissen Sie zufällig, wo die Polizisten, die Gefangenen hingebracht haben!" "Der Mann schüttelte bedauernd den Kopf: "Sorry, no, keine Ahnung!" Die Frau blickte Hine bedauernd an: "Freunde von Ihnen?" Hine nickte mit betrübtem Blick und hauchte mit tonloser Stimme: "Mehr als das, meine große Liebe!" "Nun, als sie den Anführer 'reinzerrten, sagte einer der Polizisten so etwas wie: "Nun wirst du unsere Version des Paradieses, des Garten Eden kennenlernen!" Hine strahlte die Frau an: "Danke, danke, das ist es! Sie werden nach Auckland ins Mt. Eden Gefängnis gebracht, daher der Spruch mit dem Garten Eden. Ihr habt mir sehr geholfen...", mit diesen Worten verabschiedete sich Hine von den beiden, warf dem alten Maori einen verächtlichen Blick zu, unter dem dieser auch sofort zusammenzuckte. Kurz darauf war sie auch schon auf der Starße, die vom Park wegführte verschwunden. Den beiden Deutschen war die kraftvolle Ausstrahlung der jungen Frau nicht verborgen geblieben. "Sagen Sie, wer ist diese Frau?" Heke, der alte Maori, hatte sich mittlerweile wieder gefangen. "Sie ist eine Einzelgängerin, keiner weiß eigentlich genau woher sie kommt, oder wo sie lebt. Sie wird nur kurz Hine genannt, ihr wahrer Name aber ist Hinepukohurangi, die Fee des Nebels. Man sagt, sie ist eine direkte Nachkommin oder gar eine Wiedergeburt von der Hinepukohurangi, die wir für die Urmutter unseres Stammes halten und verfüge auch über deren mystische Kräfte. Tatsache ist, das sie das Moku Tapu trägt, eine Tätowierung, die es ihr unmöglich macht, sich mit einem Gleich- oder Niedriggestellteren zu vermählen. Zumindestens würde das Unglück über den ganzen Stamm bringen!" Die beiden Deutschen, denen die Tattoos im Gesicht der jungen Maori-Frau vorhin nicht verborgen geblieben waren, wollten mehr wissen: "Aber sie hat uns doch erzählt, daß einer der Besetzter ihre große Liebe sei ...." "..... das ist ja eben das Unglück!", fiel ihr Heke ins Wort. "Seit sie mit Kupe zusammen ist, hat der Junge nur noch Unsinn im Kopf! Seit sie mit Kupe zusammen ist, herrscht Unfriede unter den Tuhoe. Seit sie mit Kupe zusammen ist, .......", wollte er seine Litanei über Hinepukohurangi fortsetzen, als im plötzlich jemand ins Wort fiel: "..... seit Hine mit Kupe zusammen ist, gibt es wieder eine Hoffnung, daß die Tuhoe ihren eignen Weg durch die Geschichte wiederfinden! Das ist es doch was Du sagen wolltest, oder Heke?" Mit diesen Worten war eine Maori-Frau, an die Gruppe herangetreten und blickte mißbilligend auf den alten Mann. "Hine ist eine Frau des Wissens, sie hat die drei Körbe der Weisheit erhalten, von denen in unseren alten Mythen die Rede ist. Der erste Korb enthält das Wissen, das wir mit unseren Sinnen aufnehmen. Der zweite Korb enthält das, was wirklich hinter dem ist, was wir mit unseren Sinnen aufnehmen. Der dritte Korb enthält das Wissen um die Einheit aller Menschen, die Einheit mit der Schöpfung und Gott. Hine glaubt, daß uns dieser Korb verloren gegangen ist, und daß sie ihn wieder finden kann. Komm' Heke, laß' uns gehen und erzähl' den Touristen keine Schauernmärchen.....", die beiden grüßten nochmal kurz zum Abschied und verschwanden durch den Eingang in die Dämmerung des Waldes. ...... he tangata, he tangata, he tangata..........
"Besuch für Kupe!" - krächzend, nur schwer verständlich hallte die Stimme des wachhabenden Schließers über den Hof, in dem die Insassen des Untersuchungsgefängnisses Mt.Eden in Auckland gerade ihren täglichen Ausgang hatten. "Fuck up, Screw," hallte es aus über 50 Kehlen über den Hof, jede Ansage der Schließer wurde auf diese Weise "gewürdigt". "Wer kommt mich denn hier besuchen?", fragte sich Kupe, während er sich der üblichen Leibesvisitation vor jedem Besuch unterziehen mußte. Als er den Besucherraum betrat bemerkte er sofort die vertraute Gestalt seiner Liebsten, die in gespannter Erwartung auf der anderen Seite der Glasscheibe, die Insassen und Besucher trennte, wartete. Ihre Augen leuchteten vor Freude, als sie Kupe kommen sah. Gleichzeitig aber wurde ihr Herz schwer, da sie wußte, daß sie ihn nicht einmal berühren durfte, ihn nicht spüren konnte, nicht die vertraute Wärme seines Körpers genießen konnte. "Kupe, Kupe, warum machst du denn für Sachen?", versuchte sie die Spannung in ihr zu lösen. Kupe mußte lachen:" Oh, Hine jetzt klingst du aber wie meine Großmutter...!" Hines Augen funkelten erst zornig, dann mußte auch sie lachen: "Sorry, Kupe stimmt. Ich mach' mir aber wirklich Sorgen um Dich, in den News heißt es du wirst gemäß den Terrorismus-Gesetzen angeklagt, mindestens 5 Jahre....!" "Ach was, Hine, so schlimm wird's schon nicht werden...." "Kupe, die wollen ein Exempel an dir statuieren, die schließen dich ein und schmeißen den Schlüssel weg...!" "Ja und, soll' ich etwa fliehen und meine Sache, äh, ich mein' unsere Sache verraten?" Hine schüttelte energisch den Kopf. "Nein, Kupe, Du sollst fliehen und unserer Sache helfen....!" Kupe war da ganz anderer Meinung. "Wenn ich jetzt fliehe, bin ich der Verbrecher und die Tuhoe ein Volk von Landbesetzern und Terroristen. Ich muß zumindestens zum Märtyrer werden für unsere Sache, damit die Leute die Wahrheit erfahren!" "Die Wahrheit, die Wahrheit....", Hine wurde ungehalten. "Was ist denn schon die Wahrheit?" "Die Pakehas unterdrücken uns....." "Unsinn!", fiel im Hine ins Wort, "nicht die Pakehas sind das Problem. Das Problem der Tuhoe ist die Uneinigkeit, genährt von der Arroganz der Männer. Warum dürfen denn noch immer keine Frauen an den Maraes teilnehmen? Ihr Männer klammert euch wie besessen an die alten, vertrockneten Traditionen, die Eure Macht sichern......" Nun fühlte sich Kupe aber ungerecht behandelt: "Komm, komm Hine, bleib' auf der Erde, du weißt daß ich da deiner Meinung bin!" "Bist du dir da so sicher?", wollte Hine wissen, "ich höre deine Worte, aber ich sehe deine Taten...." Kupe wurde unsicher: "Welche Taten denn? Was meinst du?" "Nun, wie du zum Beispiel dich jetzt verhältst. Stolz wie ein Krieger, leider auch genauso dumm und unsensibel!" "Und wie sollte ich mich deiner Meinung nach verhalten?" "Ich glaub' das weißt Du........" Ja, natürlich wußte Kupe, was Hine meinte. Sie versuchte ihn nun schon seit einiger Zeit davon zu überzeugen das Waka, das die beiden und ihre Freunde bauten, nun endlich zu benutzen und den verlorenen Weg der Kinder des Nebels wiederzufinden. Wakas wurden die alten Kriegskanus der Maoris genannt, mit dem sie einst in grauer Vorzeit ihre Reisen quer durch den Pazifischen Ozean als Nomaden des Windes unternommen hatten. Hine, Kupe und seine Freunde bauten nun schon seit fast zwei Jahren an einer modernen Version eines Wakas, ausgerüstet mit zwei starken Dieselmotoren, einem Satelliten-Navigation-System und weiterer moderner Technik. Hine glaubte irgendwann ein Zeichen zu erhalten, wann und wohin sie aufbrechen sollten, um die verlorenen Einheit der Tuhoe wiederzufinden. "Aber hast Du denn ein Zeichen erhalten?" Für Kupe machte das Ganze noch keinen Sinn. Hine lächelte geheimnisvoll. "Heute nacht schickte mir Tane Mahuta einen Traum. Du, unsere Freunde und ich waren am Strand als plötzlich die Nebelfee erschien und mit einem Finger aus Wolken nach Nordwesten übers Meer zeigte. >>Hine, meine Tochter<<, sprach sie zu mir, >>folge den Zeichen und du wirst den verlorenen dritten Korb wiederfinden. Sammle deine Getreuen und breche auf!<< Kann es ein deutlicheres Zeichen geben?" Obwohl Kupe alles andere als überzeugt war, sagte ihm etwas tief in seinem Herzen, daß Hine recht hatte. "Ok, Hine, nehmen wir mal an, ich stimme zu. Wie soll ich denn hier 'rauskommen?" "Zugestimmt hast Du eben schon mit deinem Herzen, Kupe, um den Rest kümmere ich mich...", sprach Hine und Kupe war es, als würde sie das Glas durchdringen und ihn mit ihrem ganzen Körper umarmen. Er schloß die Augen, genoß das Gefühl, ließ sich treiben in ein Meer aus Wärme, Geborgenheit und Liebe...... Als er seiner Liebsten zum Abschied noch einmal in die Augen blicken wollte, war der Platz ihm gegenüber leer. "Ey, Kupe, dein Besuch ist ja schon gegangen. Komisch, hab' ich gar nicht bemerkt. Sag' ihr bitte, daß sie sich das nächste Mal auch abmelden muß, sonst ist Schluß mit den Besuchen. Wieso ist es hier drin eigentlich so dunstig?" Kupe lächelte in sich hinein, noch erfüllt von der Wärme seiner Hine und mit dem Bewußtsein, daß bei ihrem nächsten Besuch auch er dieses ungastliche Gemäuer verlassen würde. ...... he tangata, he tangata, he tangata..........
Hine war nach ihrem
Besuch bei Kupe nach Te Urewera zurückgekehrt, um die Es war allgemein unbekannt, das der Waikaremoana See direkt mit dem Meer durch einen Kanal verbunden war. Der Waikaremoana See war der Legende nach entstanden, als ein Wasserwesen, das in einem kleinen Tümpel gefangen war, verzweifelt versuchte das offene Meer zu erreichen. Immer wieder warf es sich gegen die Felsen und das Land und versuchte die Freiheit zu erlangen, wodurch die vielen Buchten, die dem See die zerklüftete Form gaben, entstanden waren. Der Legende nach erreichte das Wesen das Meer nicht, aber Hine und ihre Freunde wußten es besser. Sie hatten die Verbindung des Sees mit dem Meer bereits vor langer Zeit entdeckt und Hine hatte sofort die Bedeutung der Entdeckung erkannt. Die Suche konnte also mit dem Waka vom Waikaremoana See aus starten, dem spirituell kraftvollsten Platz der Kinder des Nebels. Die Einfahrt in den Kanal lag gut verborgen in der Nähe des kleinen Dorfes Hopuruahine. Genau hier waren die fünf jetzt eingetroffen, das Waka lag bereit zum Ablegen und wartete nur noch auf Hine und Kupe, um die große Suche zu beginnen. Whatu checkte sein Laptop und das Satelliten-Handy, mit dem er während der Reise immer eine Connection ins Internet haben wollte, Toko die Sonnenkollektoren und das Navigationssystem. "Alles ok, Jungs?" KauAriki, hatte den Proviant und die Frischwasser-Aufbereitungsanlage verstaut, und schaute den beiden über die Schulter. "Yip, sieht alles bestens aus, ich denke wir werden während wohl die bestausgerüstete Maori-Crew sein, die jemals ein Waka zu Wasser ließ!" Über KauArikis ernstes Gesicht huschte ein kurzes Lächeln: "Deine Worte in Rangis Ohr, Toko, hoffentlich haben wir das Wichtigste nicht vergessen, das Ziel!" "Gab' es nicht mal jemanden, der sagte der Weg ist das Ziel.................?" ...... he tangata, he tangata, he tangata..........
"Ey, Mate, was sagst Du denn zu den All-Blacks. Useless Cunts,
nicht wahr?" Der wachhabende Vollzugsbeamte Nelson brachte seine Unzufriedenheit mit
der Rugby-Nationalmannschaft deutlich zum Ausdruck. ...... he tangata, he tangata, he tangata..........
"Riders on the Storm, riders on the storm, into this world we`re born, into this life we`re thrown, Rider's on the Storm"....... "Kia Ora, Matees!" - wie vom Himmel heruntergereicht standen plötzlich Hine und Kupe vor den wartenden Freunden. "Wow, wo kommt ihr denn so plötzlich her," platzte Toko fast erschrocken heraus. "Nun krieg' Dich mal wieder ein, Toko, freust du dich denn gar nicht." "Hey, Kupe, also...", Toko ging auf den Freund zu, umarmte ihn und auch die anderen drängten herbei, um den "verlorenen Sohn" zu begrüßen. "Na erzähl' mal, wie habt ihr das angestellt?" Hine spielte die Dumme: "Was angestellt?" "Na die Flucht natürlich, wie habt ihr's gemacht?" Kupe, der die mystischen Fähigkeiten Hines auch eben erst in vollem Ausmaße kennengelernt hatte, wollte den anderen davon noch nicht berichten. Irgendwie fand er, das war Hines eigene Verantwortung. "Ach wißt ihr, das war eine äußerst nebulöse Geschichte, die euch Hine bestimmt während der Fahrt einmal erzählen wird. Aber laßt uns jetzt keine Zeit mehr verlieren.... "Ay, ay Captain!" kam es fast unisono aus den Kehlen der anderen und gemeinsam hievten sie das Waka ins Wasser. Jeder nahm seinen festgelegten Sitzplatz ein, alle senkten ehrfürchtig den Kopf, während Hine die traditionelle Bitte um Schutz an Taawhiri, den Herr der Winde sprach. "Ok, here we go," Kupe ergriff das Paddel und tauchte es in das Wasser des Sees. Die anderen fielen in seinen Rhythmus ein und das Waka nahm langsam Fahrt auf. "Ey, was ist denn das da vorne!" Irgend etwas schien ihren Weg zu kreuzen. Als sie näherkamen erkannten Hine die beiden Touristen, die ihr bei der Festnahme Kupes den Tipp mit Mt. Eden gegeben hatten. "Hallo, ihr beiden! Wo wollt ihr denn um diese Zeit noch hin!" Die beiden machten keine Anstalten ihr Boot zu stoppen und waren schon fast wieder in der Dämmerung verschwunden als sich der Mann kurz umdrehte: "Was heißt schon Zeit?", und die Frau ergänzte: "Hat nicht mal irgend jemand gesagt, der Weg ist das Ziel?" In diesem Moment blitzte am fernen Horizont ein grelles Licht auf. "Ey, seht ihr das?", Whatu hatte es als erster bemerkt. Die anderen starrten gebannt in den Himmel. Hine erkannte sofort das Zeichen, auf das sie so sehnsüchtig gewartet hatte. "Schnell, Toko, peil es an, das wird unsere Richtung sein!" Schweigend, mit geschickten Handbewegungen brachte Toko seine Geräte in Positon und hatte schnell den Kurs, den sie dann auf dem offenen Meer einschlagen mußten, berechnet. Und das war auch gut so, denn nach einem letzten Crescendo aus Farben und Formen verlosch das Licht so plötzlich wie es erschienen war. Schweigend starrten die 7 in die Dunkelheit. Tiwi fand als erste ihre Sprache wieder: "Wow, Hine, was war denn das?" "Der dritte Korb, Tiwi! Der dritte Korb des Wissens ist auf die Erde zurückgekehrt! Und wir werden ihn finden!" Toko diskutierte anhand der Peilung mit Whatu bereits erste Vermutungen über den möglichen Ort. Auf einer Karte zog er eine gerade Linie gemäß der angepeilten Richtung von ihrem Standort über die ganze Welt bis zum Nordpol. "Also, was haben wir denn da? Australien, hmmm, vielleicht haben die Aboriginees den Korb erhalten?", stellte Toko erste Vermutungen an. "Nee, nee glaub ich nicht, ich denke hier könnte es er sein!", und zeigte mit diesen Worten auf Bali. "Die Hindus haben mit Sicherheit auch das Wissen um den Korb. Könnte aber auch bei den Buddhisten in Thailand oder Burma zu finden sein." Hine unterbrach lächelnd die Mutmaßungen der beiden. Ohne auf die Karte zu sehen, zeigte sie auf eine Stelle auf der Karte. "Hier! Hier ist es!" Toko und Whatu starrten sich an. Wie konnte sie das wissen? Aber irgendwie kam dennoch kein Zweifel an der Richtigkeit ihrer Feststellung auf, genau da, das war die Stelle! Doch wie sollten sie da mit ihrem Waka hingelangen? Hine unterbrach ihre Gedanken. "Kinder des Nebels, Suchende des dritten Korbs, ich denke es wird Zeit, daß ihr einige Dinge über mich erfahrt............"
Wie werden die anderen auf Hines Offenbarungen reagieren? Fragen, die das Schicksal entscheiden wird? Nicht unbedingt, denn die wahre Frage ist doch: Greifen Sie zur Feder oder hauen Sie in die Tasten, werden Sie Teil der Realität der Geschehnisse um Hine, Kupe und ihre Freunde bei der Suche nach dem dritten Korb des Wissen. Ja, ich will mitmachen! zurück zu Level C4213 / SHDE zurück zur Titelseite |